Schönwettertouren

Bike Transalp, Etappe 5: Die Königsetappe: Defekte, Defekte, Defekte

 

Livigno – Ponte di Legno: 106,87 km, 3461 hm bergauf, 4082 hm bergab
Durchschnittspuls: 153

Heute beginnt der Tag mit einer traurigen Bekanntmachung: ein Teilnehmer der Transalp ist gestorben. Im Schlaf. Die genaue Ursache weiß man noch nicht. (Später erfahren wir, dass es sich um einen ehemaligen Tatortkomissar handelt und ich habe den Schauspieler schon öfter gesehen. Er war die ersten 4 Tage nur immer so 10 bis 15 Minuten hinter uns und ein trainierter Sportler, krass!!)

Und dass nachdem Peter Schlickenrieder im letzten Jahr – ich glaube 3 Teams –  mit auf das Rennen geschickt hatte, mit denen er erst seit ein paar Wochen darauf trainiert hatte. Ich fand dieses Projekt ja damals  schon  fragwürdig, aber jetzt muss ich sagen: solche Events sollte man einfach nicht verharmlosen!

Wetteinsatz: Magnum Mandel
Beim Losfahren wissen wir schon heute müssen wir am Anfang schnell sein, weil man sonst am Passo d’Eira bzw. den Trails danach schieben muss – mehr als nötig. Es gelingt uns auch ganz gut. Ich verliere ein Magnum Mandel an Inga (Hundepfoten in Not) Sie fährt den Passo d’Eira durch ohne abzusteigen, Sauber, Inga! Das Eis kommt noch, versprochen 😉

Heute weicht die Strecke das erste Mal ab von der Tour vor 2 Jahren. Wir fahren auf einem relativ langen, geraden Flachstück am Stausee entlang mit unglaublich vielen tiefen Schlaglöchern im Schotter. Mir wird schon ganz schlecht vom ewigen auf und ab. Ich werde richtig angenervt und

Bildquelle: wikipedia Urheber David Liuzzo

verweigere ich mich auch jeglicher Windschattenfahrerei 😉

Neue Kette – neues Glück
Am 2. Anstieg – Passo di Verva – sind wir zwar eigentlich ganz gut dabei, ich leide aber so ein bisschen stillschweigend vor mich hin.  Kurz nachdem die sehr grobschottrige Abfahrt beginnt, ist irgendwas komisch an meinem Schaltwerk. Ich bleibe sofort stehen und schaue nach unten. Zu unserem Glück. Denn meine Kette hat sich ziemlich fies verklemmt und scheint auch das Schaltauge nach oben gerissen zu haben, aber da ich nicht getreten habe ist es nicht beschädigt. Aber die Kette ist total verdreht ineinander. Das sieht nicht gut aus. Aber bis zur nächsten Verpflegung gehts immer nur bergab. Hoffentlich reicht das bis dahin … denke ich und schon hat Harry einen Platten. Na super.

Na wenigstens wirkt sich die ganze Rumsteherei positiv auf meine Pulswerte aus 😉 Außerdem haben wir ja den 1.600 hm Anstieg noch vor uns. Mal sehen. Vielleicht können wir ja noch was retten. Wir wechseln bei unserer Verpflegungsstelle die Kette und dann geht es wirklich supersteil nach oben. Ächz. Cool ist, dass wir nach und nach unglaublich viele Paare wieder eintreffen und als wir fast ganz oben sind, sind wir wieder unter unseren üblichen Verdächtigen 😉 Team Waden(k)rampf fragt mich wie das kommt, dass wir auf der Geraden so schnell sind und ich verrate ihm mein Geheimnis „Trittfrequenz“ grinsend.

Die Trails danach sind wirklich cool, aber meine Arme schmerzen, dass hatte ich bisher eigentlich sehr, sehr selten. Und jedes Mal, wenn ich denke weiter runter kanns doch nicht mehr gehen … wieder eine Abfahrt. „I mog nimma!!!!“ Ich hätte wohl doch mehr Armmuskeltraining machen sollen vor der Transalp, aber Bauchmuskel war auch schon ätzend genug 😉

Nach 7:35 Stunden kommen wir als 23.tes Mixedpärchen ins Ziel. Tja, wenn wir durch den ganzen Defekt-Schmarrn nicht so 30 bis 40 Minuten verloren hätten, wären wir auf Platz 14 bis 16. Macht nix. Hauptsache sturzfrei.

Ponte di Legno hat übrigens eine endgeile Zielverpflegung! Es gibt Polenta und die verschiedensten belegten Semmelchen, lecker 😉 Das rettet mir den Tag, weil ich im Hotel am Abend leider keine Pasta bekomme – diese Italiener – und mir schon wieder eine Käseplatte untergejubelt werden soll. Nein Danke. Zu unserem Pech nimmt sich Harry der Platte an, die dann doch serviert wird  … und übergibt sich die ganze Nacht. Scheiße!

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