Schönwettertouren

Bike Transalp, Etappe 4: Die erste Sonnenetappe: Sightseeing pur ;-)

Scoul – Livigno: 74 km, 2.400 hm

Durchschnittspuls 155

Platz 19, 4:40 Stunden


Die Etappe heute wird superschön. So landschaftlich. Körperlich merke ich eigentlich schon jeden Tag. Erstens ist mir jeden Tag am Morgen immer ziemlich schlecht – mein Magen muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass ich in dieser Woche eine Lebensmittelvernichtungsmaschine bin. (Beim Fahren ist es dann meist schlagartig wieder weg, aber vorher denke ich immer ich muss mich jetzt gleich übergeben.) Zweitens habe ich totale Schmerzen im Zwerchfell vom Ein- und Ausatmen (!). Ist jetzt mal meine Theorie. Das fühlt sich an wie ein gscheit schmerzhafter Muskelkater und merke ich jetzt auch jeden Tag beim Fahren.

Ich muss aufhören zu Atmen 😉

Val Mora: superschön!

Der erste Berg ist also zäh (obwohl die Gegend einfach wirklich superschön ist), aber ich kotze einfach  am ersten Anstieg (innerlich ;-). Es geht mir wirklich nicht gut und ich trete stupide vor mich hin. Als wir endlich auf den ersten Singletrail stoßen am Ende dieses verflucht langen Talanstiegs gehts mir besser. Wir fahren hinter einem älteren Bergziege-Paar her und – Gott sei Dank 😉 ist die eine Bergziege nicht so schnell und ich kann mich gut erholen 😉 😉 Danke, Danke, Danke 😉

Trails sind einfach super!

Der Trail bergab ist total geil. Ich kann mich noch erinnern, dass ich vor 2 Jahren geschoben habe und jetzt kann ich alles fahren. Auf einmal gehts mir wieder besser 😉 Auf Berg Nummer 2 liefern Harry und ich uns schwere Fights mit ein paar anderen Mixed Paaren. Die „Hundepfoten in Not“ sind supernett und außerdem ebenfalls Wiederholungstäter und erprobte Campübernachter. In diesem Jahr ist die Disziplin was das „Licht ausschalten“ anbelangt übrigens viel besser als im letzten Jahr, weniger lärmende Spanier ;-), erfahre ich.

Runter fahren wir dann auf einer Schotterpiste und einem „Wellen-Trail“, der sich ewig auf und ab „dahin-wellt“. Sehr cool zum Fahren 😉 😉 Mein Grinsen wird immer breiter an diesem Tag 😉 Die ganze Abfahrt und ein Stück Ebene zu unserem letzten Berg hin, fahren wir hinter den „Wiesenhofbuam“ her. 2 Österreicher, die beid Osl mit Nachnamen heißen, aber nicht mit Lisi Osl verwandt sind, ich frage extra nach – zumindest der Vater befindet sich nicht unter den beiden Fahrern ;-).

Panik: wo ist die nächste Wasserflasche?
Dann kommt der letzte Anstieg und wir werden leicht panisch, weil wir denken, dass wir an der Verpflegung vorbei gefahren sind. Wah!! Gott sei Dank stehen unsere Verpflegungsmädels ein Stück am Berg hoch, pfffft. Wir sind dann anscheinend wirklich ganz gut unterwegs, denn mehr oder weniger vorm Gipfel überholen wir noch das Altissimo-Doppel.

Das Männerschiebe-Paar vor uns, Team „Phast irgendwas“ hinter dem bleibe ich dann aber doch fasziniert und gleichzeitig respektvoll. Ich hätte nicht erwartet, dass der kleiner, eher kompaktere Teampartner so krass und schnell schiebt. Respekt. Der Partner ist viel, viel größer und die beiden sind echt nicht langsam unterwegs 🙂 Auf dem letzten Weg bergab überholen uns ein paar Italiener vogelwild – als 3. in der Reihe – auf einem Weg, wo es links wirklich ohne Leitplanke einfach mal senkrecht nach unten geht, also manchmal muss ich mich wirklich fragen, diese Südländer.

 

Der Schlusssprint
Vor zwei Jahren hat Ulrich Stanciu in seiner Etappenbeschreibung am Morgen gesagt „Ihr werdet mich hassen“ als er die letzten Kilometer der Etappe beschrieben hat. Das Ziel schon in Sichtweite, hatte er die Route nämlich noch auf ein paar steile Schotteranstiege um Livigno herum gelenkt. Dieser Streckenabschnitt fehlt in diesem Jahr, juhui!!!

Und so können wir die letzten Kilometer eigentlich im Flachen ins Ziel schießen. So stelle ich mir das jedenfalls vor … Wir treffen dann auch wirklich auf ein paar Männerteams, aber die trudeln so gemütlich dahin, wie wenn sie grad auf dem Weg zum nächsten Badesee wären. Grad, dass sie keine Badelatschen dabei haben. Also fährt Harry vor.

Livigno

das erste Mal schönes Wetter in Livigno, sonst bin ich eine „Regenankunft“ gewöhnt 😉

Nachdem sich sonst alle bedeckt halten, lässt Harry mich dann auch nach vorne, aber die Jungs lassen auf einmal abreißen. Häh?? O.K. wir beschließen uns zu zweit abzuwechseln, aber als ich dann wieder hinter Harry fahren will, taucht auf einmal einer vom Team Hellas auf. Wollen die nur hinter Männern Windschatten fahren? Ich muss gestehen ich blaffe ihn etwas rüde an und er lässt mich sofort anstandslos hinter meinen Partner. So was … erst Abstand lassen und dann mich nicht hinter meine Teampartner lassen, die spinnen die Griechen 😉

Entdeckt: Der Cola light-Bauarbeiter in Livigno 😉

Auf dem Weg zum Hotel, entdecke ich den braungebrannten, sixpack-bepackten Mann aus der Werbung. Oben ohne auf der Baustelle: diese Bauarbeiter 😉 Heute wird die Essenssituation am Abend erstmals kompliziert. Wir haben italienischen Boden betreten und so erstaunlich das ist, aber im Menü ist es immer kritisch das Fleischgericht z.B. gegen Nudeln auszutauschen. In Livigno ist man allerdings sehr flexibel und ich bekomme einfach eine doppelte Nudelportion, lecker 😉

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