Schönwettertouren

Bike Transalp, Etappe 3: Ankunft in der Schweiz

Ischgl – Scoul: ca. 2.500 hm, 74 km
Durchschnittspuls 156
Übernachtung: Hotel Ischgl, Essen volle Punktzahl

Mir grausts so vor dem Idjoch!! Seit wir gestartet sind, kann ich an gar nichts anderes denken. 1400 hm und die letzten 400 sausteil auf Schotter. Ächz. Diesen Berg habe ich nicht vergessen. Der hat sich eingebrannt in mein Gehirn. Auf der Bike Transalp 2008  habe ich dort hochgeschoben und Andrea – meine damalige Partnerin – hat hier gesmst und telefoniert am Gipfel!

Hilfe, ich seh nix!

Laut Computer bin ich am Morgen allerdings total erholt, meine Herzfrequenzvariabilität sieht gut aus. Na, ich weiß nicht … Im Bad bin ich schon so nervös und gedankenverloren, dass ich versehentlich meinen Kontaktlinsenbehälter mit Inhalt ins Waschbecken leere, BEVOR ich die Linsen eingesetzt habe. Gott sei Dank fällt es mir aber gleich auf als ich das Bad verlasse und ins Zimmer gehe … ich sehe einfach nichts. Scheiße!! Das darf doch nicht wahr sein! Zu meinem unglaublichen Glück hat sich die eine Linse am Becken festgeklebt und die andere ist noch im Behälter festgesaugt!
Das ist ja wirklich mehr Glück als Verstand 😉

In den Untiefen des Maurerdekoltees

Was sich die Leute alles wo hinkleben lassen, gnadenlos. Seit einiger Zeit sind so gegenannte Sporttapes aus der Kinesiologie der absolute Renner. Überall sieht man die Tapes in wilden Farben und den wildesten Formen auf den beklebungswilligen Sportlern. Ich wollte mir im letzten Jahr auch schon welche kaufen, aber meine Apothekerin des Vertrauens wusste nicht so Recht, ob das was bringt und da habe ich es dann gelassen und bin zum Glück auch so schmerzfrei durchgekommen. Auf jeden Fall lässt doch ein hemmungsloser Radler im Startbereich alle Hüllen fallen und sich am Rücken bis hinab zu den Backen bekleben von seiner Frau /Freundin. Na servus! Ich muss sagen manche Dinge will man eigentlich gar nicht so genau sehen!

Idjoch über Ischgl

Idjoch, mein persönlicher Berg des Grauens, 2010 bezwungen 😉

(So erinnere ich mich bis heute an den Typen im letzten Jahr, der sich leidenschaftlich stehend in einer Tennishalle, in der wir übernachtet haben den Hintern eingeschmiert hat. Inmitten von ein paar hundert Zimmergefährten und Gefährtinnen fand ich das ziemlich sportlich! Wäh!!! Bitte behaltet eure Hosen doch einfach an!!)

Die Etappe

Der Aufstieg zum Idjoch ist nervig und mühsam (1.400 hm am Stück – größtenteils auf Schotter – oder eben sausteil auf Teer) aber bis auf eine kurze knackige Schiebepartie am Anfang – schaffe ich es durchzufahren 😉 Geil, das war eine wirkliche Herausforderung und jetzt geht es mir schon viel, viel besser wo ich weiß, dass ich das hinter mich gebracht habe. Bitter ist nur, dass es am 14. August schon wieder soweit ist. Da findet nämlich der Ischgl-
Bikemarathon statt und der steht auf unserer Teamrennliste für dieses Jahr, seufz.

Die letzten Kilometer nach Scoul ziehen sich etwas. Es geht stetig bergauf und wir kommen nach 4:35 Stunden als 18. Mixed-Paar bei strahlendem Sonnenschein und totaler Hitze im Unterengadin an.

Auftrag: Wellnessen

Die Zielverpflegung ist super und wir werden nach unserer täglichen Ausfahreinheit ins Hotel gefahren. Das Städtchen ist wirklich nett und das Hotelzimmer (Hotel Belvair) wieder genial. Das Hotel liegt direkt neben dem dortigen Erlebnisbad und wir bekommen eine kostenlose Eintrittskarte vom Hotel aus geschenkt. Da werde ich später noch ein bisschen wellnessen. Wunderbar.

Der Zeitplan ist sehr straff organisiert nach der Zielankunft. Eine Ruhemessung im Ziel, ausfahren, essen, trinken, danach ins Hotel, Massage und/oder compexen und Abend essen … Hört sich nicht soooo stressig an, aber man hat immer was zu tun 😉 Während der Etappe haben wir ein paar Verpflegungsstellen, an denen wir mit Essen und Trinken versorgt werden und ich muss sagen: Besser werden die Profiteams sicher auch nicht betreut 😉 Bin ich froh, dass ich nicht Contador oder Schleck heiße 😉

Halstuchtragen will gelernt sein

 

Murmeltier

Mein Murmeltier mit DEM neu erstandenen Halstuch von Alprausch

Weil heute unser einziger Tag in der Schweiz ist und ich unbedingt ein Mitbringsel haben will, betrete ich nach einem kurzen Blick ins Schaufenster direkt neben unserem Hotel einen Sport-Klamottenladen. Der Grund: ein ausgestopftes Murmeltier, das ein total cooles Halstuch umgewickelt hatte. Dass ist genau das richtige Souvenier, beschließe ich! Außerdem muss ich effizient shoppen. Die Zeit drängt.

Wir gehen also rein und ich sage „ich hätte gerne das Halstuch aus dem Schaufenster“ Denn wie teuer kann so ein Tuch schon sein. Die Verkäuferin zeigt mir ein paar unterschiedliche Modelle und preist mir das Tuch 5 Minuten in höchsten Tönen an „Da kannst Du auch ein altes T-Shirt anziehen und mit dem Tuch wird gleich jeder sagen mei schaut des nett aus …“ Und wenn jemand denkt, dass Du Halsweh hast, dann ziehst Du das Tuch in Position XYZ … (Bis jetzt dachte ich eigentlich ich könnte ganz gut mit Halstüchern umgehen, aber was man da alles beachten muss. Auf jeden Fall entscheide ich mich für das Modell (neben mir sind nämlich hyänenartig noch 2 Animierkäuferinnen, die bereits auf das von mir gewählte Objekt der Begierde luren) also ist Schnelligkeit gefragt. Ohne auch nur nach dem Preis zu fragen, sage ich: „das Tuch nehme ich“ und zücke meine EC-Karte.

Als ich dann den Zettel zum  Unterschreiben in Händen habe, sehe ich, dass ich mir wirklich für 47 (!) Euro ein Halstuch (!) gekauft habe. Ein Tuch mit Bommeln dran (na immerhin!) Was solls: ich werde jedenfalls nie vergessen woher ich das Tuch habe 😉 Und Millionen von Leuten werden ab jetzt ständig sagen „Mei schaut des nett aus“. Scoul ist einfach ein teures Pflaster.

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